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      • Enin. Der Tod kommt von oben.
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      • Saerdna. Der Tötungsdrang von Teddybären.
      • Nevs. Leben.
      • Leinad. Collapse.
      • Pisoj. Rockn.
      • Sirhc. AK-1 bis -47.
      • Nröjb. Echte Gefühle.
      • M. Seni. Ausrufezeichen! Klammer zu.
      • Ihcim. In der Kürze liegt die Würze.
      • Anit. Kurz und gut.
Aus der Reihe "Pop Town", heute:

Wa(h)re Liebe.

Um es pragmatisch auszudrücken, ein nächtlicher Spaziergang durch die Oranienburger Straße in Berlin mit all den Prostituierten gleicht einer Begegnung mit dem Superhelden aus Rockos modernes Leben, dem Riesen-Riesen-Big-Man. Seine Nippel haben die Fähigkeit, sich saugnapfartig an die Augen festzusetzen und einen Ausblick in die Vergangenheit oder in die Zukunft zu gewähren.
Wenn man sich ansieht, wie ein Freier eine Prostituierte in seine Limousine hineinbittet und diese der Forderung (abgesehen vom Geld) bedingungslos nachgeht, wenn man die durch die Kälte hart gewordenen Nippel der Frau fasziniert, irritiert anstarrt, so kommt man sich vor, als ob man auf einem Paralleluniversum wäre, so absurd kommt einem diese Situation vor.
Manche können es mit sich vereinbaren, die Suche nach Nähe und Zärtlichkeit abzukürzen; sie nehmen sogar die verstümmelte Variante in Kauf, sie ist befristet und eher Liebesersatz denn Liebe. Doch für Normalos wie mich mit einem gewissem Hang zum Emotionalismus bleibt bloß die kluge Erkenntnis, dass ein Ersatz nie so gut sein wird wie das Echte. Ich meine, die Nougatcreme von ja! ist mir schon viel zu milchig…

Während vier besoffene Tussis, die mir in der U-Bahn gegenüber sitzen, über Wörter mit ausdrucksstarker Phonetik philosophieren (”Muschimuschimuschi”, “Peeenis”, “Vaaaginaaa”), kriege ich eine SMS von, sagen wir, Soffy Sticated. (Kommt nicht von ungefähr, er sieht aus wie ‘ne Klischeelesbe.) Der Inhalt dieser Kurznachricht war, dass Soffy, der in Berlin lebt, gehört hat, dass ich mich gerade dort aufhalte, wie sehr er mich vermisst und wie… süß… ich doch sei. Nett ausgedrückt.
“Ugh, wie schwul”, denke ich mir dabei. Solch warme Worte kommen nicht ohne Grund. Ich bin Soffy noch nie persönlich begegnet, wir kennen uns noch nicht mal ansatzweise. Doch er kam, sah… und kam (ach herrjemine) und machte sich somit das Leben unnötig schwer. Es ist so: Seine Liebe für, ähem, meine Person ist mir irgendwann defintiv zu weit gegangen. Nämlich zu dem Zeitpunkt, als er Druckmittel angewendet hat.

Ihm bekannt sind die Tatsachen, dass ich seinem Beuteschema optisch mehr als entspreche (solche Menschen gibt’s wirklich?) und dass ich in den richtigen Diskos tanze. Mehr nicht. Allein dafür bekomme ich die wildesten Komplimente. Komplimente, die schon ins Peinliche gehen, die die wenigsten in echt jemandem ins Gesicht sagen würden. (Selbst für meine Verhältnisse.) Kurz: Ich hatte ein Groupie. Also ist eine tendenziell einseitig geführte “Fernbeziehung” sein Liebesersatz. Und er wollte mehr. Ich beileibe nicht.
last.fm ist ein Teufelswerkzeug, denn immer wenn ich Musik höre, geht jeder davon aus, dass ich einfach nur im Internet surfe und Zeit für alles und jeden hätte. Habe ich aber nicht immer. Eine Charaktereigenschaft von mir ist, dass ich Menschen, die mich unnötig stressen, von mir abstoße. Und Soffy hat mich gestresst. Ich bekam uncharmante Mails, was mich dazu gebracht hat, ihm mitzuteilen, sich von mir fernzuhalten. Es erinnert mich an den Fall, als mir einst die Freundschaft gekündigt wurde, weil mein Rechner immer abstürzt, wenn ich gewisse Chatprogramme nutzen möchte…

Und nun diese SMS. Es ist zum Mäusemelken. Manche bauen sich ihre Traumschlösser dermaßen instabil auf, dass sie irgendwann von den Steinbrocken erschlagen werden. Solche Menschen nennen mich asozial, ich nenne sie verklemmt und man kann es armselig finden. Wenn sie Probleme haben, sollen sie mich verschonen.
Andererseits ist es gewiss kein gutes Gefühl, Menschen, egal wie leicht sie zu verletzen sind, auch wenn sie sich an gleichgültig gemeinten Antworten meinerseits trotz alledem Hoffnungen auf… Flitterwochen… machen, abzuwürgen. Vor allem in der Häufigkeit, wie es mir blöderweise passiert. Vor allem, weil man doch selbst genau weiß, was für ein Scheißgefühl es ist, abgelehnt zu werden. Und dabei habe ich es noch leichter als diese noch fragileren Persönlichkeiten.

Diese Gedanken und die Tatsache, dass mein Guthaben auf der Karte gen null tendiert, bewegen mich dazu, die anfangs verfasste Antwort (“geh wandern! ich scheiß auf deine freundschaft.”) zu löschen und das Telefon auszuschalten. Einer muss konsequent sein. Und Soffy muss lernen, loslassen zu können.

Als ich zur S-Bahn wechseln möchte, sind die vier Ladies inzwischen bei “Aaaaaanus” angekommen. Ja, das trifft’s.

Freitag, 19. Oktober 2007, 21:59:57 CEST. 10 Personen.



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