Meet the Prinzessin auf der Erbse. Meet the cannibal with a heart. (…quick, before she eats it!) Ein Jahr lang war sie in meiner Klasse, das war damals, als meine Existenz nur dann nicht verleugnet wurde, wenn die Leute jemanden zum Piesacken gesucht hatten. Sie gehörte zu der Gruppe, die mich ausgenutzt haben; die mit mir nur dann geredet haben, wenn sie reden wollten. Interesse an meiner Person? Fehlanzeige.
- “…und was machst du so? Gehst du heute schwimmen?”
- “Ich hasse Schwimmbäder.”
- “…eeecht? Wie uncool!”
- “Ich bastle an meiner Website, gestalte sie, mache so Designkram.”
- “Ey, das ist mir sowas von scheißegal. Du langweilst mich.”
Heuer belegt sie einige Kurse mit mir. Aus ihr ist eine hübsche Frau geworden. Und jetzt, wo ich ungewollt die Rolle des Trendsetters aufgezwängt bekommen habe (”Uah, du hast Kajal aufgetragen/eine rote Sonnenbrille/whatever?! Wie schwul!” – Einen Tag später: “Guck mal, ich hab meine Hopper-Sachen daheim gelassen und bin jetzt ein Emo!/Schau dir mal diese rote Sonnenbrille von mir an, voll Porno, ey, ne?”), fängt sie an, mit mir zu kommunizieren.
- “Hi!”
- “…was? Oh, hi.”
Betrachten wir das Ganze aus metakommunikativer Sicht. Die Schule ist zu Ende und wir müssen beide zum Bahnhof. Ihre beste Freundin ist krank, die anderen Menschen im Kurs wirken noch etwas kindlich – und sie muss ihren Mund aufmachen! Jetzt!
- “Tschuldige, Prinzesschen, dass ich dich eben im Kurs als Gesprächspartnerin genommen habe. Ich kenne die Namen der anderen noch nicht.”
- “Du Arschwichser, du.”
Na sowas. Manchmal will sie halt doch nicht reden.
Die Sonne blendet mich und ich setze meine Sonnenbrille auf. Ich frage sie, wie es ihr geht.
- “Oh mein Gott, was… wie schwul!”
- “Ich habe dich was gefragt.”
- “Ja, mir geht’s gut. Meine Sommerferien waren voll geil, siehste, wie braun ich… ey, du Arsch! Du bist ja noch brauner!”
- “Ja, Mensch, meine Herkunft… ich kann doch nichts dafür.”
Man soll ja Frauen nicht schlagen. Manchmal verspüre ich jedoch dieses Bedürfnis, ihr ins Gesicht zu treten, damit sich die äußere Erscheinung der inneren anpasst. Gelind gesagt.
Der Weg ist steinig und hart gewesen, ich habe transpiriert wie ein Schnitzel und doch habe ich es überlebt. Ich hoffe, dass sie noch ein paar Tussen begegnet, damit sie über Spannkraft im Haar philosophieren kann. Stattdessen begegnen wir ihrem Ex-Freund.
- “Wir bleiben hier stehen!”
- “Bin ich dein Hund?”
- “Was? Äh. Mein Ex-Freund steht da.”
Ein Hopper der harmlosen Sorte. Er winkt ihr extatisch, enthusiastisch, ja, sichtlich erfreut zu. Oh jemine, der arme Junge. Ich schweige. Diese Möglichkeit muss ich auskosten.
- “Wieso schweigst du?”
- “Öhm. Ich will nicht Salz auf deine Wunden streuen.”
- “Ist mir egal.”
- “Woran ist’s gescheitert?”
- “Er hat mir gesagt, dass er sich nicht mehr vorstellen könnte, ohne mich zu leben.”
- “…oh je, so sah er auch aus…”
- “…was?!”
- “Ach, nichts.”
Beißt mir jemand bitte die Eier ab?
- “Ey, sag ma’, hast du ‘ne Freundin?”
- “Nein.”
- “Bist du verliebt?”
- “Hmm, ach. Kann dir egal sein.”
- “Ey, wie scheiße bist du denn drauf? Sag mal!”
Ich wiederhole: Beißt mir jemand bitte die Eier ab? Kann auch ein Hund oder so machen.
- “Schon mal was von Rücksicht gehört?”
- “Stell dich mal nicht so an!”
- “Nein!”
- “Mädchen oder Junge?”
- “…was?”
- “AHA!”
- “Häh?”
Na klasse, jetzt weiße auch noch Bescheid. Nur weil ihre Vagina so ausgeleiert ist, müssen alle Schlonzos dieser Welt offen über ihre Sexualität reden können? Kapitulation, ick hör dir trappsen…
Wir laufen beim Einsteigen in die Bahn an einer alten Mitschülerin von mir vorbei. Ich mag sie, sie ist lustig und stets cool drauf.
- “Diese Schlampe ist so eine Zicke! So eine Lästertante! Weißt du, was sie gemacht hat? Sie hat… blablabla… laberlaber… Rhabarber…”
- ” Und? Was erzählst du mir das? Ich mag sie.”
- “Äh…”
- “Drum ist mir das scheißegal, was du da von dir gibst! Du hast sie doch provoziert!”
- ‘Ey Maaaann. Du bist Scheiße!”
- “Dann verpi…”
- “Muss aussteigen, bis zum nächsten Mal!”
Neinnn!
Vom Donnerstag, den 30. August 2007 um 23:17:30 CEST.
Ey, von der Tussi musst du unbedingt mehr schreiben, ich habe keine Ahnung wieso, aber ich find das interessant. Machste? Guuut.
Vom Freitag, den 31. August 2007 um 02:04:51 CEST.
Haha. Erstens, ich schließe mich meiner Vorrednerin an. Und zweitens, ich dachte eigentlich bisher, dass solche Mädels nur in Laguna Beach und O.C. California leben.
(Dankeschön fürs verlinken, btw, ich werd mich bemühen, meien website auch wieder zum laufen zu bringen.)
Vom Samstag, den 01. September 2007 um 11:59:46 CEST.
Ich bewundere dich für deine Geduld. Ich hätt so ne Tussi ja schon nach den ersten paar Sätzen stehen lassen. *bäh*
Vom Samstag, den 01. September 2007 um 21:25:25 CEST.
Aaah, absolut toller Text! “… Manchmal verspüre ich jedoch dieses Bedürfnis, ihr ins Gesicht zu treten, damit sich die äußere Erscheinung der inneren anpasst. …” Herrlich! :)
Vom Sonntag, den 02. September 2007 um 12:09:12 CEST.
déjà vu,
diese Situation kommt einem doch unangenehm bekannt vor…
Vom Dienstag, den 04. September 2007 um 16:04:43 CEST.
so ähnlich hab ich mich bei nem klassentreffen vorn paar jahren gefühlt.
schon blöd, dass sich die umwelt immer so furchtbar aufregt, wenn man bei solchen leuten die äußere und die innere erscheinung einander anpasst …
greetz,
das hü.
Vom Dienstag, den 04. September 2007 um 18:32:13 CEST.
Wer Ist Das??^^ und wer war die alte klassenkameradin??^^
Vom Donnerstag, den 06. September 2007 um 20:30:09 CEST.
Das will ich auch wissen ^^
Und zum Teufel mit ner Tussi, die so gemein zu Sopo ist ò.Ó
Vom Samstag, den 08. September 2007 um 17:15:42 CEST.
[…] ich… sehen… stehendes Objekt… bunt gekleidet… uaah! The return of the Prinzessin auf der Erbse! Wird sie doch tatsächlich (meinen Blog) gelesen haben? Mich lynchen und zerfetzen und […]
Vom Donnerstag, den 13. September 2007 um 18:01:35 CEST.
Wow. Jaaaa, jetzt weiß ich wieder, wen du heute morgen gemeint hast… Uäh. Die war schon auf dem Frankreichaustausch ziemlich ätzend.
Vom Donnerstag, den 13. September 2007 um 18:06:58 CEST.
Lol, jetzt geht das Lästern los ;)
Mi Lei Long Di Do Di Delü.