Gegenwart.
Es ist wieder spät geworden, ich liege halb dösend und halbnackt auf der Couch, habe Nutellabrotreste an der Spange hängen, ein Glas Leitungswasser verschüttet, die Spaghetti zwar al dente gekocht, dabei jedoch nicht bedacht, dass sie Stunden später nicht mehr aufzuwärmen sind, weil sie schnell trocken und dürr werden und in die Tonne gekloppt gehören. Ich habe vergessen, der Fertigtomatensauce noch einen Schuss Olivenöl beizugeben (wo ich doch Olivenfetischist bin) – und die Mozarellakugel wurde, aus den Augen, aus dem Sinn, überhaupt nicht verwertet.
Und der blöde Wasserhahn tropft.
Zukunft.
Da niemand unter diesen Voraussetzungen irgendetwas zustande bringen kann, mache ich an dieser Stelle offiziell Pause. Ich gönn’s mir jetzt einfach mal. Die kommende Woche wird die letzte Schulwoche sein, aber aufgrund der Tatsache, dass ich den jetzigen Jahrgang verlassen werde, wird die kommende Aktion bereits zu diesem Zeitpunkt beginnen: Ich werde also sieben Wochen lang mit meinem als Diktiergerät missbrauchten Musikwiedergabegerät Interviews mit verschiedenen Personen führen und das Gesamtergebnis im entspannten – Altersgenossen würden “gechillt” sagen – Zustand schneiden, moderieren und hochladen.
Die ersten zwei Wochen werde ich in Berlin sein, das Autofahren erlernen, mit dem Roller durch ganz Berlin fahren und die kühle Brise an mir vorbei ziehen lassen, ich werde interessante Persönlichkeiten wiedersehen, anderen begegnen, urbane Luft schnuppern.
Danach: Fischduft. Ich werde in Hamburg sein und schon bei den Mitbewohnern meiner Schwester ideale Gesprächspartner finden, werde die Wucherpreise für billig produzierte Massenklamotten verdammen, an den Türen grandioser Designagenturen nagen, vielleicht Karaoke singen, vielleicht Garnelen essen, vielleicht Dolly Buster in echt Plastik echt treffen. Vielleicht, vielleicht, vielleicht.
Last but definitely not least fahre ich mit Menschen, die mir was bedeuten, in den wahrscheinlich schönsten Ort auf dem Festland: Mondsee, ein galanter Sprung von Salzburg entfernt. Was wir dabei in der ersten Woche machen, wird unserem “wombatösen Milbenmanifestgedöns” entsprechend (“unser Herz ist eine Bulette und schlägt den Beat”) spontan entschieden. Gegessen wird primär Topfen-Creme und fettige Wurst mit Speck umhüllt. In der zweiten Woche ist das FM4 Frequency Festival und ich freue mich dort nicht nur auf !!! (sprich: chk chk chk), Interpol und die Beatsteaks, sondern auch auf ausgeflippte Fans. Ihr wisst schon, für’s Interviewen.
Ich gehe mal davon aus, dass ich mich danach oder auch schon währenddessen ausreichend “erholt” habe und dann wieder den absoluten Müll bloggen kann, der überraschenderweise auf große Resonanz stößt. An dieser Stelle möchte ich euch allen schlicht und ergreifend danken und einen wunderbaren Sommer wünschen. Und gewissen Mitschülern, die mir sehr ans Herz gewachsen sind, sagen: Es ist keine Naturkatastrophe – im Gegenteil, ich entferne mich sogar ein paar Meter, für ein paar Sekunden.
P.S. Vielleicht schreibt mir heuer endlich mal jemand hier rein, was sie/er in den Sommerferien macht…
P.P.S. Übrigens, ich kriege in dieser Klimazone gar keinen Sonnenbrand.
P.P.P.S. Kaczyński stinkt!
P.P.P.P.S. Ist doch egal, welcher.