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      • Ihcim. In der Kürze liegt die Würze.
      • Anit. Kurz und gut.
Aus der Reihe "Pop Town", heute:

030, Hackfleisch.

Heute nach dem Duschgang.
“Ist mein Arsch jetzt wirklich knackiger geworden – oder ist das Fleisch bloß zäh geworden?”

Die größte Herausforderung für einen Berliner Gast ist es, alleine zu sein. Wem dies gelingt, muss bloß bis um 21:00 warten, bis die ersten Prostituierten mit Plateau, Plastik und prallen Möpsen (die alle gleich aussehen) von ihren Zuhältern mit Billigohrringen, Billigbomberjacken und Billig… äh, -schweinehunden dazu genötigt werden, die allseits verhassten Kiezbullen (die für jeden Mist ein Knöllchen übrig zu haben scheinen, um die Stadtkassen aufzufüllen) in absurde Gespräche (“…jo, ick find, das Wetter ist wunderschön, finden Sie nicht?” - “Ehm. Da. Da.”) zu verwickeln. Selbstverständlich gibt es ein Knöllchen, wenn sich tatsächlich ein Konsument findet, der das Gespräch, das sich in ein sprachlich und inhaltlich hohes Niveau durchejakuliert hat (“…jo, und was treiben Sie sonst so?” – Passanten laufen vorbei und verkneifen sich ihr Lachen – “Ehm. Da. Da.”), unterbricht.

Es ist zu bemerken, dass diese Option in der Regel nur männlichen, äh, Männern etwas nützt. Weibliche, äh, Frauen sind nicht in der Lage, auf ein reichhaltiges Pool an sexuell potenten Loverboys zuzugreifen, da dieses so gut wie gar nicht existiert. Stattdessen muss die Würde der jeweiligen Person ausgeblendet werden, wenn man ernsthafte Ambitionen hat, als Telefondateschnitte für RTL-Zuschauer zu enden.
Wer stattdessen zu ProSieben zappt, schnappt sich in irgendeiner Boulevard Servicesendung die Idee auf, nach Kuba zu fahren, einen armen Mann aufzugabeln und sich wenigstens auf sexueller Basis etwas aufzumuntern (“…so groß!”).
Internetkontaktbörsen als weitere Option anzugeben ist langweilig.

Nehmen wir beispielsweise eine urklassische Methode für Frauen und Männer zugleich: Das Tanzen.
Meinereiner hat sich mit Freunden ins frannz hineinmanövriert. frannz, das klingt so cool, nach “alter Scheiß, jetzt heiß verpackt”, supertrendy und geilomat, ey. Stattdessen sind wir – ein dunkel gestyltes Mädchen und zwei Slacker wie du und du und du und du und ich – fast die einzigen Menschen, die rein optisch einen “alternativen” Eindruck hinterlassen. Der Rest ist, abgesehen von anderen, leicht “alternativ” wirkenden Menschen, eine Mischung aus Partymäusen mit bulligen Beziehungspartnern und ein paar einsamen, gewiss älteren Menschen männlichen Geschlechts.
Anfangs spielen die DJs Fetenkracher der 70er, 80er und den 90ern. Ist doof, woraufhin wir meinen: “Wir wollen Arctic Monkeys!” Haben sie nicht, dafür The Coral, Beatsteaks, Mando Diao, Jimmy Eat World, System Of A Down und noch sowas. Dann kommt Hoppermusik und etwas R’n'B. Spätestens seit “Drop It Like It’s Hot” tanzt mich ein circa 50-jähriger, aalglatter Kerl mit nach hinten gekämmten, blonden Haaren an, während ich mir einen abmühe und versuche, monotone Tanzeinlagen zu einem monotonen Stück zu präsentieren. Ich widme mich nur meinen Begleitern, doch er gibt nicht auf und kneift mir bei “Lady Marmelade” (um Gottes Willen, nicht das Original! This is my generation, baby…) in den Hintern. Ich so: “Kutchikutchiyayayayaaah!” Und er so: “Hrmpf.” Dann gibt er auf.
So auch die DJs, die wieder von vorne anfangen.

Auf dem Weg zurück an der Station Schönhauser Allee begegnen wir zwei offenbar weißrussischen Mädchen, die uns nach Kippen fragen. Wir verneinen, auch wenn es nicht der Wahrheit entspricht. Dann lallen sie rum, fragen andere Passagiere in spe mit Kippe in der Hand nach ebensolcher. Die wollen nicht, woraufhin eine von ihnen loslegt: “Ihr Huren! Eure Mütter sind Hurentöchter! Ihr deutschen Geier! Bin ich froh, dass meine Mutter mich nicht so erzogen hat! Elende deutsche Geier! Weißrussland rult!” Et caetera. (Ich konnte mir eine Tonaufnahme nicht verkneifen. Diese gibt’s zu gegebenem Anlass.) Amüsant, dass sie das Bild des Geiers bewusst oder ob ihres Zustandes unbewusst fehlinterpretiert, um sich selbst als bemitleidenswertes Ausländertöchterchen darzustellen. Ich weiß nicht, was ich beschämender finde. Das oder die Situation damals, in dem ein Junge quasi in my face über Ausländer und ihre mangelnde Integration, Fähigkeiten und ihre Nutzlosigkeit abgekotzt hat.

Samstag, 14. Juli 2007, 04:39:46 CEST. 3 Personen.



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