• Trippin'.
  • The Stalker’s Guide.
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    • You got drunk and fell down. I wish I could be like you.
      The Clash - "City Of The Dead"

    • Jan. 1 - Jamie Lidell live in Frankfurt. (Wir hatten es schon vor -387083 Tagen hinter uns.)
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      • Coast Is Clear.
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      • Saibot. Making feet for children shoes.
      • Hpotsirhc. In der Stadt der Planquadrate.
      • Enneite. Le Pimp.
      • Anna. Die Puddingbrumsel.
      • Enin. Der Tod kommt von oben.
      • Ybur. Die Perfektion.
      • Olbap. The man on the moon.
      • Saerdna. Der Tötungsdrang von Teddybären.
      • Nevs. Leben.
      • Leinad. Collapse.
      • Pisoj. Rockn.
      • Sirhc. AK-1 bis -47.
      • Nröjb. Echte Gefühle.
      • M. Seni. Ausrufezeichen! Klammer zu.
      • Ihcim. In der Kürze liegt die Würze.
      • Anit. Kurz und gut.
Aus der Reihe "Pop Town", heute:

“Wer sind Sie? Sollte ich Sie kennen? Lassen Sie mich in Ruhe, Sie Grobian!”

Arztbesuche sind immer was Feines. Die Praxis öffnet um halb acht morgens ihre Pforten, man kommt um viertel vor an und muss in einem überfüllten Wartezimmer – der Name ist Programm – warten. Zwei Stunden lang.

07:49.
Dabei weiß man nie, ob man die anwesenden party people mit einem dahingemurmelten “Morgen.” belästigen oder es großzügigerweise gleich sein lassen soll. Zurückgegrüßt wird man eh nur von zwei Menschen, die ihr Gehör noch richtig anwenden können/wollen/können wollen/whatever. Die nächste Frage im Dschungel der Bazillen lautet: Wo setzt man sich hin? Neben den pupsenden Senioren? Neben der türkischen Großfamilie? Ich entscheide mich für die fies guckende Businesslady mit den langen Haaren und der runzligen Stirn. (Botox, anyone?)

07:50.
Auf die Praxis ist Verlass. Seit meinem letzten Arzttermin gab es kaum signifikante Änderungen bei den Zeitschriften vom Lesezirkel. Die Spiegel-Ausgabe vom Februar, der Stern von Ende März. Aktuell scheinen nur die Frauenzeitschriften zu sein. Vielen Dank dafür. “5 kg abnehmen mit der Mango-Diät!” – “Ananas-Diät, es funktioniert wirklich!” – “Ohne Diät abnehmen!” Jetzt wird mir bewusst, wieso ich so gerne Männerzeitschriften lese: Selbstverständlich wegen den investigativen Artikeln. Zumindest gehen Männerzeitschriften viel humorvoller und lebensbejahender mit ihrer Zielgruppe um.

08:17.
Ich hab den musikexpress zum Glück in meinem Rucksack gefunden und schmökere gerade in ihr rum. Doch die Artikel sind mir alle bereits bekannt. Ich wage einen Blick in die Runde. Rapp(R)unzel wurde durch einen bulligen, noch fieser guckenden Kroaten ersetzt. Natürlich hat der hiesige Rheuma-Club die besten Plätze beansprucht. (Man redet gerade über Rheumabäder.) Zu der türkischen Großfamilie haben sich ein paar ebenfalls türkischstämmige Freundinnen dazugesellt. Vermutlich lästern sie gerade über den Rheuma-Club ab. Ich will auch.

08:19.
Oh, meine Nase läuft, Taschentuch, schnell, sonst gibt’s eine Sintflut! Hier, ein Tempo. Schnief.

08:20.
Noch eins. Schnief.

08:21.
Und noch eins. Schnieeef.

08:22.
Und noch eins. Schnieeeeeeeeeef.
Die Rheuma-Club-Vorsitzende guckt schon böse. Hallo, Kinners, die Sonne scheint, was habt ihr denn für… ach, wir sind in einer Arztpraxis. Hab ich vergessen.

08:28.
Die erwachsene Tochter der Großfamilie wird aufgerufen. Und damit verabschiedet sich Letztere mit Konsorten in den nächsten Rewe.

08:39.
Oh, der Boston-Sänger hat Selbstmord begangen. Wusst ich nicht.

08:46.
Rheumaopa hat einen fahren gelassen und gleichzeitig aufgestoßen. Das Fenster ist bereits offen.

08:48.
Das Fenster macht’s nicht besser. Ugh.
Mir ist eine Gruppierung bisher nicht aufgefallen, die der Hypochonder. Ich würde mal spontan Runzilla in diese Schublade packen, die Senior-Rheumafetischisten mit Sicherheit auch.

09:01.
Ein kleiner Hopper setzt sich zu uns und spielt auf seinem Mobilfunkgedöns Hopper-Klopper-Musik ab. Die Rheuma-Träuma-Dreamgirls and -boys, der bullige Kroate und ich gucken ihn böse an. Er schämt sich. Macht den Scheiß aus. Und sieht, dass er bereits in der Ecke sitzt.

09:02.
Er verschwindet.

09:05.
Wie laut ist es, wenn in China ein Sack Reis umfällt? Vermutlich so leise wie es gerade im Wartezimmer ist. Der Abgas-Rheumaopa scheint tot zu sein, alle anderen auch, nur ich sitze immer noch da und lese meine Zeitschrift.
Zeitschriften muss man umblättern.
Extremitäten, wenn sie einschlafen, neu positionieren.
Doch der Seelenfrieden von der blöden Kuh, die ihre Gang anführt, wird offenbar dadurch gestört. Sie guckt mich böse an. Ich gucke noch böser zurück. Packe meine Taschentücher aus und rotze erstmal weltmeisterlich.
Sie guckt angewidert weg.
Hah! Ein Triumph. Bitch.

09:09.
- “Herr Paaahr… Poohr…”
- “Herr Partoshoar.”
- “Ja ja, Sie dürfen jetzt…”
- “Okee.”

09:16.
Das war’s auch schon. Zwei Medikamente verschrieben bekommen, als Entschädigung noch einen Attest für den Bildungsbunker.
Die junge Arzthelferin (besser gesagt: Ärztinhelferin, um wieder etwas klischeehaft das Frauenthema aufzugreifen, ich Sexist, ich) mit der Brille ist so schüchtern. Als ich im letzten Juli mit ihr ein EKG durchziehen durfte, war sie zuvor leicht zickig und still zugleich. Nachdem ich meinen Körper verkauft entblößt habe, wurde sie plötzlich gesprächig. Komisch. Da ist doch außer Haaren und Knochen und etwas Fett nichts, außer vielleicht die Saugspuren danach. (Vom EKG.)
Jetzt ist sie wieder so schüchtern und tut sich beim Ausstellen der Rezepte und des Attestes bei meinem Nachnamen sehr schwer.

Freaks.
Alle zusammen.

Dienstag, 24. April 2007, 22:26:28 CEST.



19 Chinesen mit 'nem Kontrabass. »

"Achten Sie auf Ihr Telefonierverhalten! Setzen Sie sich ein Limit!"

  1. #1
    » Eine Ansprache von Marcel.
    Vom Mittwoch, den 25. April 2007 um 11:54:03 CEST.

    Ja ich war letztens auch beim Arzt und mir ergings GENAU so wie dir. Ich durfte auch 2 Stunden warten, seltsame Leute anstarren und mein Niesen unterdrücken. Hallo, wir sind beim Arzt, und wer geht zum Arzt? Genau: Kranke Leute. Aber alle die da drin sitzen tun so, als wären sie gesünder, als die Leutchen, die draußen vorbei gehen. Ein Teufelskreis, weil man dann selber auch keinen Mucks von sich geben möchte. Da hilft in der Tat nur: Rumschneuzen bis der Arzt kommt!

  2. #2
    » Eine Ansprache von nele.
    Vom Mittwoch, den 25. April 2007 um 12:28:03 CEST.

    Gute Besserung.

    Im Sommer ne Erkaeltung? Memme. Hier ist es kalt und ich bin resistent. Hihi.

  3. #3
    » Eine Ansprache von Sven.
    Vom Mittwoch, den 25. April 2007 um 16:50:56 CEST.

    “An apple a day keeps the doctor away!”

  4. #4
    » Eine Ansprache von MisterBrightside.
    Vom Mittwoch, den 25. April 2007 um 18:03:46 CEST.

    Nein, Nele, nix Erkältung – Heuschnupfen feat. Asthma ;)
    @Sven: Ich esse sogar mehrere – liegt hier etwa die Ursache?

  5. #5
    » Eine Ansprache von brtn.
    Vom Mittwoch, den 25. April 2007 um 18:35:24 CEST.

    Die schüchternen Frauen drehen immer total auf, wenn man keine Kleidung mehr anhat. Außerdem, das mit Zeitschriften stimmt

  6. #6
    » Eine Ansprache von felix.
    Vom Mittwoch, den 25. April 2007 um 19:49:17 CEST.

    wenn man mal 2 stunden im münchner kreisverwaltungsreferat zugebracht hat, sehnt man sich nach einem ärztewartezimmer. kein wunder, dass beamte alle misanthropen sind.

    ausserdem: sintflut statt sinklut und das EKG und nicht der EKG.
    so ein klugscheisser, ich. ich sollte deutschlehrer werden. gottseidank. werd ich schon.

    endlich zum schluss: hast du mal den woodstock-film gesehen? da kommentiert woody guthrie den anblick der größten Jugendkulturveranstaltung der menschheitsgeschichte mit den worten “Lotta Freaks!”

    fällt mir immer wieder ein, wenn ich dein blog lese.

    la’er!

  7. #7
    » Eine Ansprache von MisterBrightside.
    Vom Mittwoch, den 25. April 2007 um 20:58:05 CEST.

    @felix: Verdammt, ich dachte, es würde nicht auffallen, dass ich gestern kein Fehlerlesen gemacht habe ;) Danke für die Hinweise.

    …du wirst Deutschlehrer? Bist du Referendar? (Heißt das bei euch so?)

    Oh Gott! Du hast Recht – das ist bei uns in Bad Homburg auch sehr schlimm. Am schlimmsten ist ja dieses Stigma, das die Wartenummern vermitteln: Man denkt: “Gleich ist meine Nummer dran! Gleich! GLEICH!” Und am Ende wird die Reihenfolge nicht beachtet.

    “Woodstock” ist auf meiner “Muss noch gesehen werden”-Liste, ich werde in Kürze darauf mal achten.

    @brtn: Wenn du dich wundern solltest, dass ich keine Kommentare bei dir hinterlasse: Es geht neuerdings nicht.

  8. #8
    » Eine Ansprache von Hotel.Besitzerin.
    Vom Mittwoch, den 25. April 2007 um 21:21:25 CEST.

    ich weiß schon, warum ich ärzte meide… achja. heuschnupfen. gibt es leute, dies nicht haben? ._. viel schlimmer dran sind jedoch die leute, die ne obstallergie haben. aaaah!

    ähm. buchbinderei. ja tollst. (: und mal was anderes, genau. das sagen viele. stimmt ja aber auch.

    wenn ich wirr rede… ich bin grad in der pubertät. spätzünder und so… :D

  9. #9
    » Eine Ansprache von Franzi.
    Vom Donnerstag, den 26. April 2007 um 17:50:50 CEST.

    Gott, ich weiß nicht, wie lange ich schon nicht mehr beim Arzt war, aber geändert hat sich scheinbar nichts in Sachen Wartezimmer. Ist es nicht überall so? Ich hasse es. Entweder sitzen bei uns kleine, nervende Kinder rum und schreien mit ihren Müttern, anstatt sich in einem normalen Ton zu unterhalten, oder es sitzen eben jene halbtoten Hospizanwärter rum, oder aber auch die Buissnessmenschen, die hin und wieder genervt zur Uhr schauen. Jawohl. Wartezimmer ist scheiße.

  10. #10
    » Eine Ansprache von felix.
    Vom Donnerstag, den 26. April 2007 um 19:47:39 CEST.

    nee, referendar bin ich noch lange nicht. bin nur ein kleiner deutschundenglischauflehramt-student und brotloser schriftsteller, haha.

    das mit den nummern ist super. den solange du in diesem drecksamt bist, bist du nummer 394 und nicht mehr und nicht weniger. “Was hörst du so?” “394″. “Bist du das erste mal hier? du wärst mir sofort aufgefallen!” “394″.

    sehrschön war auch Führerscheinstelle 2006 in münchen. ich so: rein, Führerschein holen, raus. das war der masterplan. aber ich hatte in wartebereich G die nummer 456 und da am anzeiger stand 213, also bin ich raus aus dem amt zwecks currywurstessen und ganzvielganzschnell-rauchen. und dann bin ich wieder hoch und es war bei nummer 265, und ich so: ach.com, das dauert ja noch stunden.
    und nach einer stunde hab ich dann gestutzt und schockschwerenot realisiert, dass ich ja jetzt in wartebeich F sitze. verdammteaxt! schnell zurück zu Wartebereich G. da stand grad die nummer 470 an der wand.
    ich hab mir dann einfach ne neue nummer gezogen und nochmal ne stunde gewartet.

    leider hatte ich meinen Perso vergessen und musste am nächsten tag nochmal kommen.

    ungelogen. ich liebe ämter.

  11. #11
    » Eine Ansprache von Anna.
    Vom Freitag, den 27. April 2007 um 19:45:17 CEST.

    ich hasse wartezimmer!
    heute musste ich das erste mal wieder rein. das erinnerte mich dann ein bisschen an hectors reise, als er durch einen zufall einmalig mit der ersten klasse fliegen durfte und dann das “normale” fliegen nicht mehr zu schätzen wusste.
    ich hatte nämlich in den letzten drei wochen wegen schwäche und ansteckungsgefahr das privileg, mich immer gleich in zimmer vier zu legen. das war schön. es ging auch alles immer alles so schnell. zack, ärztin rein, alles angeschaut, zack, infusion gegen die schmerzen, zacke, flasche umgetauscht, aufbauinfusion, zack, raus damit, pflaster, tschüß, aufpassen. aber jetzt ist es damit anscheinend vorbei. mist, ne.

  12. #12
    » Eine Ansprache von felix.
    Vom Samstag, den 28. April 2007 um 04:49:27 CEST.

    ich bin auch krank. aber anstatt zum arzt bin ich auf ein patrick wolf konzert gegangen. Diese schönheit! dieser elan! diese wahrheit! meine seele ist geheilt!
    kann sich nur noch um wochen handeln, bis das auch mein körper ist.

  13. #13
    » Eine Ansprache von MisterBrightside.
    Vom Samstag, den 28. April 2007 um 14:26:15 CEST.

    Patrick Wolf als Wunderheiler… da ist sicher was dran…

  14. #14
    » Eine Ansprache von felix.
    Vom Samstag, den 28. April 2007 um 17:00:24 CEST.

    allerdings hab ich ihn mir immer als elfen vogestellt. dann stand er auf der bühne und war origainal 1,95 m groß.
    sind wir schon wieder off-topic!

  15. #15
    » Eine Ansprache von MisterBrightside.
    Vom Samstag, den 28. April 2007 um 17:01:25 CEST.

    Macht doch nix…

  16. #16
    » Eine Ansprache von kann mich net entscheiden, was für 'n Namen ich nehmen soll ... von daher .... O-Punkt ^^.
    Vom Sonntag, den 29. April 2007 um 11:05:34 CEST.

    LOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOL
    ^^ …. lange nicht mehr so krass gelacht ^^ …

  17. #17
    » Eine Ansprache von Jenny.
    Vom Montag, den 30. April 2007 um 19:28:33 CEST.

    So gehts mir auch immer. :x
    Außerdem bin ich “”komischerweise”" nach jedem Arztbesuch kranker als davor. Die sollten verschiedene Warteräume haben, in die sie Leute nach Ansteckungsgefahr und Ausmaß der Krankheit einteilen . . . -.-’

  18. #18
    » Eine Ansprache von Jenny.
    Vom Montag, den 30. April 2007 um 19:29:06 CEST.

    achja: netter text :D gefiel mir sehr, musste lachn :P

  19. #19
    » Ein Pingback von MisterBrightside. Pop. » They died before they got old: Breitscheid versus Kukident Zombie Allstars..
    Vom Dienstag, den 19. Juni 2007 um 22:42:07 CEST.

    […] hier!“ Überraschung, es handelt sich um die Vorsitzende des allseits geschätzten Rheuma-Clubs mit ihren Groupies. Die haben sich jetzt offenbar hier einquartiert. Sie hat eine totschicke, vom […]

Mi Lei Long Di Do Di Delü.

Hey you! Matt McManamon von The Dead 60s heißt mit Nachnamen...?

Die Spielregeln.
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