• Trippin'.
  • The Stalker’s Guide.
  • Splendid Isolation.
  • Impressum of Love.
    • Die Insiderwitze.

    • Ich hoffe, mein Schaden hat kein Gehirn genommen!
      Die Simpsons

    • Jan. 1 - Jamie Lidell live in Frankfurt. (Wir hatten es schon vor -28493 Tagen hinter uns.)
    • » Noch 57mal schlafen für:
      Radiohead live in Berlin.
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      Billy Bragg live in Frankfurt.
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      Die US-Wahlen.
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      Das Ende des Jahres der Mathematik. (Schauder.)

      • Coast Is Clear.
      • hey you! hurray!
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      • Arhol. Hamburger ohne Fleisch.
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      • G. Sedecrem. Derdiedas Euter.
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      • Anitsirk. Im falschen (Kunst-)Kurs.
      • Ikswotsirhc. Der mit der tollen Mutter.
      • Elen. Tuedlue.
      • Skek. Vom Krümelmonster empfohlen.
      • Annah. Wonderwoman und die Philosophie.
      • Ave. Hurra!
      • Eztam. Ein Leben für die Popkultur.
      • Iznarf. Hippie Barbie.
      • Saibot. Making feet for children shoes.
      • Hpotsirhc. In der Stadt der Planquadrate.
      • Enneite. Le Pimp.
      • Anna. Die Puddingbrumsel.
      • Enin. Der Tod kommt von oben.
      • Ybur. Die Perfektion.
      • Olbap. The man on the moon.
      • Saerdna. Der Tötungsdrang von Teddybären.
      • Nevs. Leben.
      • Leinad. Collapse.
      • Pisoj. Rockn.
      • Sirhc. AK-1 bis -47.
      • Nröjb. Echte Gefühle.
      • M. Seni. Ausrufezeichen! Klammer zu.
      • Ihcim. In der Kürze liegt die Würze.
      • Anit. Kurz und gut.
Aus der Reihe "Pop Town, Reality Check", heute:

Dein Führer.

But the leaders of the free world are just little boys throwing stones. And it’s easy to ignore till they’re walking on the door of your home.
Elbow – “Leaders Of The Free World”

Es. Es kann. Es kann doch. Es kann doch nicht. Es kann doch nicht sein! Dieser leere Zustand, dieses ewige Kopfschütteln, wenn ich lese, dass testosterongesteuerte Konzernwichser Gehälter und Arbeitsplätze zugunsten ihrer sexuellen Bedürfnisse streichen respektive verlagern. Deutschlands Wirtschaftskraft steigt an, genau wie die verkommenen Pimmel der verkommenen Kommerzkacker. Müssen wir uns das antun? Ich sage nein! Der Idealismus muss raus aus seinem Hippietanten-Ruf und die soziale Lethargie zerstören! Wann? Jetzt! Und wie? Ganz einfach! Ärsche treten! Konsequenz zeigen! Den Laden aufmöbeln!
Alors, allez! Vite, vite! Action – reaction!

06:28; der Radiowecker spielt schon wieder – schon wieder! – “Fairytale Gone Bad” und ich bin mal wieder vom Bett gefallen. Zum ersten Mal nach langer Zeit kann ich mich an einen Traum erinnern. Ein komischer Traum. Ich als populistischer Idealist – oder, doch mehr passend, ein idealistischer Populist? Whatever. Ich sprach und das Volk rief yeah. Ein ungewohntes Gefühl, ein befremdlicher Kopfschmerz, ein… Duft von Schweiß. Dass ich in dieser Nacht so viel geschwitzt habe, überrascht mich dann doch etwas.
Fairytale gone bad. Wie der Traum wohl ausgegangen wäre, wenn ich verschlafen hätte? Hätte es venezuelanische Qualitäten angenommen? Oder wäre ich resistent gegen die brama di potere crescendo gewesen? Doch die Killerfrage ist und bleibt… werden die Deos bekloppter oder bin ich das? Was fasel ich hier auf italienisch?

11:19; ich sitze mitten im Englisch-LK-Kurs und vergnüge mich mit einem Keks. Lecker. Plötzlich krächzt es aus den Lautsprechern, es ist wieder ein übereifriger, nicht stubenreiner Welpe ein Schulsprecher, der den Rekord im Durchsagenmachen gewiss gebrochen hat, und verkündet, dass beim Schulkino am vergangenen Tag ein Laptop – DING. DANG. DONG. BONG!
Er ist irritiert, dass der Pausengong seine Rede unterbrochen hat und setzt noch mal von vorne an. Ein Laptop wurde geklaut. Schön für euch. Ich war nicht da, ich hab in dem Moment entweder die sturmfreie Bude genossen oder Hot Dogs vom schwedischen Möbelladen mit Süß-Sauer-Soße kontaminiert und auf ihr Schicksal eingestimmt. (Was wahrlich kein Vergnügen war. Bitte nicht nachahmen.)

Doch ich muss seufzen, ich werde das Gefühl nicht los, dass man mir wieder vorwirft, dass ich der Voleur (machen wir’s französisch; das ist viel besser, weil ich es immerhin beherrsche…) bin, der sich an den Machtträgern des Bildungsbunkers rächen möchte. Machen wir’s kurz:
In der sechsten Klasse habe ich meinem einstigen Englisch- und jetztigen Geschilehrer, der auch zur Führerschaft zählt, mit meinem Mäppchen beworfen, weil er scheiße war. Ist.
Drei Jahre später haben gewisse Personen die Klassenbücher des gesamten Jahrgangs im Wald verbrannt, um Fehlstunden quasi auszugleichen. Eben der Lehrer, von dem eben die Rede war, wirft mir Dinge auf dem Kopf, wo mir wirklich nichts anderes mehr übrig blieb als ein: “Verficktes Arschloch.” Ob er diese Worte noch gehört hat – ich hoffe es.
Last but not least: Ich habe als Chefredakteur der Schülerzeitung regelmäßig über die Unfähigkeit der Schulleitung abgekotzt. Bis sich eine der Schulgemeinschaft verpflichtet fühlende Mutter eine private Mail, in der ich über die Papierverschwendung geschrieben, nein, sinniert habe, an die Rektorin weitergeleitet hat. Resultat: Eine Mini-Playback-Konferenz mit der Rektorin, einem Protokollanten und der teilweise scheinheiligen Schülerratsvertretung. Ich mimte das wehleidige und bereuende kleine Nichts. Gut, war ich auch, denn ich wusste zuvor nicht, dass die bekloppte Mutter gepetzt hat. Eigentlich ging’s um was anderes. Dachte ich. Es ging um die Miesen, die die Schülerzeitung hatte. Und da ich persönlich scheiße fand, wie sich die Rektorin dort aufgespielt, nein, aufgegeilt hat, bleibt meine Meinung auch weiterhin wie zuvor: Cunts are still running the world.
Verwirrend, in der Tat. Sicher ist nur: Ich habe einen Scheißeindruck hinterlassen. Und eigentlich ist’s mir egal. Nur: Wäre es deswegen nicht ideal, wenn ich mich am teilweise scheinheiligen Schülerrat rächen würde?

Oder ist’s Paranoia?
Oder wieder das Deo?

Aufhören mit dem Denken, jetzt!

Am nächsten Tag wird bekannt, dass Siemens-Zentralvorstand Johannes Feldmayer verhaftet wurde. Es geht um Schmiergeld, um die Unterstützung von nicht-IG-Metall-konformen Verbänden. Wenigstens war Fortuna ihm und seinen Kollegen, die kurz darauf folgten, hold. Was hätte das für einen Zwergenaufstand gegeben, wenn der Skandal aufgedeckt worden wäre, als die Mobilfunksparte an Benq verkauft wurde! Oder bei der Pleite. Oder bei der Pleite von Benq.
Wenigstens schwedische Gardinen, das ist das Mindeste, was man verlangen darf. Zur Vergewisserung: Wer hat erheblich dazu beigetragen, dass die Wirtschaft wieder floriert? Die Konsumenten und Arbeiter. Wer erhöht seinen Lohn und setzt auf Praktikanten? Der Chef. Wer feiert sich und seine Leistung ab? Der Chef. Wer bezahlt’s? Die Konsumenten und Arbeiter. Wir erinnern uns – ein Haufen von Männern, die bereits mit einem Bein im Grab stehen, fahren nach Rio und erfahren neue Ballgefühle.


Wo der wohl seine Finger im Spiel hatte…?

Anderes Beispiel: Josef Ackermann. Bei dem Namen krieg ich schon das kalte Kotzen. Zufälligerweise hat polylux gestern den Fight Club zu diesem Thema eröffnet. Man hat sich als Arbeitskraft an den Gedanken gewöhnen können, dass man mehr denn je vom Boss abhängig ist – und selbst wenn dieser mal Scheiße baut, erhält er immerhin eine Abfindung. Max Mustermann darf ins Arbeitsamt.
Oder er wird Praktikant.

Ist es denn nicht fatal, dass es die Konzerne mitsamt ihren Vorständen sind, die die westliche Welt lenken? Wer noch glaubt, dass Politiker die Welt in ihren Händen halten, dem ist wahrlich nicht mehr zu helfen. Aus diesen Gründen bin ich äußerst skeptisch, wenn’s etwa um den Umweltschutz geht. Schön und gut, wenn Shell ein Filmprojekt mit umweltpolitischem Hintergrund unterstützen will. Aber Geld stinkt auch nicht; es ist sogar Pflicht für kommerziell ausgerichtete Gesellschaften, wirtschaftlich zu denken. Drum wird in Nigeria weitergebohrt, wertvolles Erdgas sinnlos in die Erdatmosphäre abgegeben, das Volk terrorisiert und die Natur zerstört. Et caetera.
Übrigens, wer behauptet, dass die Sklaverei abgeschafft wurde?

Vielleicht denkt ihr, dass ich wiederum falsch denke. Kann gut sein.
Vielleicht denkt ihr, dass ich inkompetent bin und nur Gülle schreibe.
Vielleicht denkt ihr, dass man sich besser um seine jetzigen Probleme kümmern soll. Würde ich ja gerne. Aber meine Schule geht mir führungstechnisch schon mächtig auf den Kieker, so dass ich mir der Hoffnungslosigkeit wegen viele Gedanken um die Zukunft mache. (Ein Wechsel nach dem Schuljahr – zeitgleich zum Umzug – ist nicht unwahrscheinlich.) Hoffentlich kann ich Motion Designer werden, einfach irgendwas halbwegs kreatives machen. Denn ich kann einfach nicht mit Vorgesetzten. Auch wenn sie mich nur indirekt lenken (möchten).

Jetzt verspüre ich das Verlangen nach einer Kippe. Zum Zertreten. Auch wenn’s – oder gerade weil es – heuer ein antikapitalistischer Akt sein könnte. Ach, Gedöns halt.

Freitag, 30. März 2007, 21:26:52 CEST. Niemand.



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