Angenommen, du bist bei Freunden Superhelden. Nach langer Zeit ist endlich wieder Gedöns-Zeit. Du hast bei ihnen übernachtet. Separat, selbstverständlich. Sie und er nicht. Natürlich.
Du sitzt am Frühstückstisch, schlürfst an der Sojamilch und nuckelst am Tomatenbrot. Sie muss duschen gehen. Er würde auch gerne duschen. Mit ihr. Du wirst gefragt, ob das okay geht. Du nuckelst am Tomatenbrot.
Angenommen, du sitzt mit ihnen in einem leicht feinen Restaurant. Du bestellst dir zum ersten Mal eine Pizza Napoli, während die anderen Pizza Margherita bevorzugen. Du sitzt etwas abseits, hinter dir sitzt ein Rosa-Hemd-Träger. Du nuckelst an deiner Pizza Napoli. Die anderen verdauen bereits ihre Pizza Margherita. Am Ende wird geküsst. Wohlgemerkt, die anderen küssen sich. Du sitzt wie belämmert da und hast den Stolz bist zu verpeilt, um die offenbar auslachenden Blicke der anderen Gäste im Haus zu empfangen. Doch es geht dir am Arsch vorbei. Du hast andere Probleme. Du bist lahm. Du nuckelst immer noch an der Pizza Napoli.
Angenommen, ihr steht vorm Auto. Ihr wollt ins Kino. Die anderen küssen sich zum Abschied. Keine fünf Sekunden später sitzt ihr alle im Vehikel. Du versuchst, Pfefferminzpastillen anzubieten, doch das geht unter. Die anderen begrüßen und küssen sich, encore une fois, heiß und fettig innig. Während du an deiner Pfefferminzpastille nuckelst, ertönt es plötzlich in deinem Kopf: “Mein kleiner grüner Kaktus steht draußen am Balkon. Hollari. Hollara. Hollaro.” Du lachst. Schunkelst mit und singst es laut vor. Die anderen lachen. Und verfallen wieder ihren auf amorös getrimmten Hormonen Frühlingsgefühlen. Hey, sieh’s positiv: Du nuckelst an der Pfefferminzpastille.
Ich brauch wohl wieder Sex Schlaf.
(Nichts für ungut, ihr Superheldenkollegen. Nachtrag. Speichern unter: “Das Gegenteil ist gemeint, aber keiner sieht’s.” Asche über mein Haupt.)