Das ist das Resultat der vergangenen Tage. Mehr nicht. Während andere erwartungsgemäß nur mit Müh und Not sprechen können, geht’s mir quietschfidel. Dabei waren die Vorbereitungen zum Winterfest alles andere als einfach. Schauen wir mal zurück.
Der Mittwoch war von großer Unlust geprägt, immerhin mussten wir uns mit halbvollem Magen nach dem Unterricht auf die Arbeit stürzen. Ich zog es vor, Doktor Sommer zu verfolgen. Ich wurde gegen Ende des Tages vom lieben Herrn Klassenlehrer getadelt, weil ich nichts geleistet habe. Meine Antwort: “Ich bin eher der Maler, nicht der Heimwerker.” Natürlich kam es dann zu Zickattacken, weil ich schließlich die Wände nicht mit den schickeren Klamotten streichen wollte. Hab ich schon erwähnt, dass ich keine Lust hatte?
Am Donnerstag schien es zunächst so, als ob wieder das Murmeltier grüßen würde. Es hat gepisst wie die Sau und ich war klitschnass. Ich hatte keine Lust. Dennoch habe ich ein wenig gemalt. Da das Thema “Schokolade” war, durfte ich eine lila Schokotafel und diverse typografische Meisterwerke an quadratischen, praktischen, guten Schokotafeln entwerfen. Zehn Stunden sollten wir in der Schule sein, eine halbe Stunde habe ich höchstens davon gearbeitet, ganze zwei Stunden zu Mittag gegessen (das war eine Stunde zu viel, whatever) und in der restlichen Zeit Frollein G., Frollein Klugscheißerin alias Ox Wolle, Doktor Sommer und diverse andere Viecher besucht. Letztendlich durfte ich meiner Kreativität endlich freien Lauf lassen, indem ich mich freiwillig bereit erklärt hatte, die Garderobe zu dekorieren. So hatte mein lieber Herr Klassenlehrer endlich mal die Möglichkeit, mir beim Basteln zuzusehen, auch wenn das Ganze nicht ohne Unterstützung realisiert wurde. Mir ging’s immer besser.
Freitag kam dann wieder ein Crash. Zu viel Terpetin und: keine Lust. Am Abend fand dann die fulminante Sportshow statt. Geprägt von dieser unendlichen Menge an Fehlern, bin ich mir indes sicher, dass selbst ich den Sport-LK wählen könnte. Zwei Chaoten lieferten eine Feuershow ab. Die Schule blieb zur Enttäuschung aller unversehrt. Dann der sogenannte “Bruchbudenzauber”. Die Bruchbude ist noch für einige Wochen eine alte Turnhalle. Sie wird demnächst abgerissen und durch eine Mensa ersetzt. Drum zauberte ein talentierter Jonas Löffler eine klassische Gitarrenshow aus dem Hut, die Theater-AG brillierte mit Doktor Sommer in der Hauptrolle, Frollein G. als ernstes, bemitleidenswertes Hausmädchen und, äh, ein verrückter Typ mit sächsischem Dialekt. Es war so schön und plötzlich musste eine Sängerin auftreten. Sie hatte an sich eine gute Stimme, aber Mädel, trag verdammtnochmal nicht so dick auf. Es war etwas zwischen Shakira, Mariah Carey und den C’MON-Viechern. Daraufhin wurde mir schlecht. Ich verzichtete auf die darauf folgende Jazzshow und zog es lieber vor, mit Frollein Klugscheißerin heim zu fahren.
Samstag! Ja, Samstag! Yippie… yippie. Yeah. Der hr-Videotext meldete, dass es “selten regnen würde”. Kaum mache ich abends die Haustür auf, fängt’s an zu regnen. Ansonsten war der Abend entgegen meiner Erwartungen sogar toll. Jemand hatte mir geraten, es locker zu sehen und darauf zu bauen, dass die Gäste, die mich letztes Mal auf die Palme gebracht hatten, durchaus dankbar sein würden. Offensichtlich waren sie dankbar, ich wüsste nicht, was mich an dem Abend aufgeregt hätte. Es hat sogar so gut getan, endlich mal Dankbarkeit zu erfahren, dass ich in der Garderobe anderthalb Schichten mehr übernahm. Ich wünschte, ich hätte im Unterricht eine Arbeitsmoral wie diese. Hmm. Was soll’s.
Und heute wurde alles abgebaut, heute wurden Kunstwerke entsorgt, heute wurde die Schule wieder uncool, langweilig, doof. Apropos Dankbarkeit: Da schleppt man Garderoben, Tische und Müll quer durch’s ganze Gebäude und muss mir anschließend vom lieben Herrn Klassenlehrer anhören, was für eine faule Sau ich sei. Da hatte ich mal wieder… ja, correctamundo, keine Lust mehr. Die Bürokratie des hiesigen Schulsystems geht inzwischen so weit, dass eine Kommision durch alle Klassenräume geht und kontrolliert, ob alles blitzeblank sauber ist. Statt also den Arbeitsmarkt anzukurbeln, geht man lieber den finanziell günstigeren und dennoch eleganten Weg (weil wir ja soooo engagiert sind) und verzichtet auf Putzkräfte.
Scheiß Bürokratie.
In zwei Jahren ist dann mein letztes Mal als Knecht. Mal sehen, ob ich mich darauf freue.