Nein, Quatsch, es ist erst 03:35.
Offensichtlich brauche ich sie, die Autorität. Noch nie konnte ich nach einer kleinen Barrunde (die aber verdammt kurz war) mal eben so ins Internet.
Inzwischen hab ich mich auch verliebt, tatsächlich. Schien’s hier anfangs etwas trostlos zu wirken, habe ich die Schönheit dieser Stadt entdeckt. Der hiesige Offene Kanal spielt, wenn er Tag für Tag von Studenten erobert wird, Indieclips, die man wirklich sonst nur im Netz sehen könnte. (Die Trashmonkeys!) Der Herbst entfesselt der Stadt eine besonders schöne Farbnuance. Ich bin fassungslos und begeistert, wenn ich all die Punks mit den Clash-Aufnähern Fahrrad fahren sehe. Die rechten Hirnies großzügig übersehen, bin ich inzwischen der Meinung, dass ich hier doch leben könnte als Student. Ich sollte vorher nur besser wissen, dass man Suppenhühner erst mal auftauen sollte.
Morgen wird allerdings Abschied gefeiert. Kre-Lo, du solltest hierher kommen, es wird Sushi geben. Auch eine Alternative zum gummiartigen Suppenhühnersuppengedöns, welches wohl in die Abgründe der Magdeburg’schen Mülltrennung abwandern werden wird. Zudem ist noch anzufügen, dass ich von nun an eine Oberkörperbekleidung habe, die den Schriftzug “Bright Side” aufgenäht bekommen hat. Danke Hennes, danke Mauritz, danke Schwesterherz.
Samstagmorgen geht’s dann weiter. Anderthalb Stunden weiter entfernt befindet sich Berlin. Ich kann halt nicht ohne. Jedoch heißt’s nach vierundzwanzig Stunden “Koffer in Berlin” und so. Montag ist schließlich wieder Routineneinstiegstag. (Um es mit den Worten Borats zu sagen: “Is niiice.”) Die Bildungsanstalt hat mich ja immerhin vermisst.